Aktuelles und
Informatives

Gemeinsame Stellungnahme – Nutzung von LNG in der Seeschifffahrt

15.09.2015

Erstellt von Maritime LNG Plattform

Nutzung von LNG in der Seeschifffahrt: Technologieführerschaft ausbauen, Nachfrage stimulieren und einheitliches Genehmigungsmanagement etablieren

Gemeinsame Stellungnahme von Maritime LNG Plattform e.V., Verband Deutscher Reeder (VDR), Verband für Schiffbau und Meerestechnik e.V. (VSM), Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe e.V. (ZDS) und Zentralverband Deutscher Schiffsmakler e.V. (ZVDS)

Aus Gründen des schonenden Umgangs mit den natürlichen Ressourcen, zur Bekämpfung des Klimawandels sowie zur Sicherung der zukünftigen Energieversorgung und bezahlbarer Preise hat die Bundesregierung eine Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie (MKS) erarbeitet, die technologieoffen auch den Verkehrsträger Seeschiff miteinbezieht. Die Einführung von „Liquefied Natural Gas“ (LNG, Flüssigerdgas) als Alternativkraftstoff im Schiffsverkehr wurde in der MKS der Bundesregierung 2013 als eines der vordringlichen Ziele festgelegt und auch entsprechend im aktuellen Koalitionsvertrag verankert. LNG besitzt ein großes Potenzial im Schiffsverkehr und in der nachgelagerten Logistikkette, um bestehende und kommende Emissionsvorgaben auf den Meeren zu erfüllen und damit auch Emissionsbelastungen in küstennahen Regionen und Hafenstädten deutlich zu reduzieren.

Die Schifffahrtsbranche sieht LNG unbestritten als Schiffstreibstoff der Zukunft an. Allerdings begegnet der Umstieg derzeit immer noch dem klassischen „Henne-Ei-Problem“, was Investitionen in schiffsseitige LNG-Antriebe durch die Schiffseigner behindert - solange keine Bunkerinfrastruktur in den Häfen besteht - und umgekehrt. Um Investitionen in den notwendigen Auf- und Ausbau von LNG-Bunkerstationen anzukurbeln und investitionsbereiten künftigen Betreibern von möglichen LNG-Terminals entsprechende Anreize zu geben, regen die Unterzeichner dieser Erklärung an, vordringlich zunächst die Nachfrage nach LNG in der Schifffahrt zu fördern. Hierdurch würden auch die Vorgaben des EU-Paketes „Clean Power for Transport“ und der zugehörigen EU-Richtlinie zur Errichtung einer Infrastruktur für alternative Kraftstoffe auch in Deutschland erfüllt werden, was im Rahmen eines nationalen Strategierahmens bis November 2016 geschehen soll. Dabei können die vorhandenen Potenziale des vielseitigen Energieträgers LNG zukünftig noch besser ausgeschöpft werden, wenn dieser eine industrielle Nutzung auf breiter Ebene über die maritime Branche hinaus erfährt.

Die von der Bundesregierung in einem ersten Schritt zur Stimulation der Nachfrage unterstützte Verbesserung von Finanzierungsbedingungen für innovative Pilotprojekte von Reedereien und Werften wird begrüßt, bedarf aber einer dauerhaften und breiten Verstetigung. Dabei kommt der öffentlichen Hand auch in ihrer Rolle als Betreiber von mehr als 700 Schiffen in der Binnen- und Seeschifffahrt sowie im Hafenbetrieb die besondere Verantwortung zu, als „First Mover“ Impulse zu setzen.

Daneben setzt eine nachhaltige Einführung von LNG als Alternativkraftstoff in der Schifffahrt aber ein weitergehendes staatliches Engagement voraus, welches Einbau und Nutzung der LNG-Technologie durch wirksame Förderprogramme, die über eine Pilotförderung hinausgehen, für die Schifffahrt effektiv unterstützen.

Die vollständige Stellungnahme sowie weiterführende Informationen finden Sie unter folgendem Link:

Stellungnahme_Nutzung von LNG in der Seeschiffahrt_Maritime LNG Plattform_VDR_VSM_ZDS_ZVDS