Die Plattform

Die MARITIME LNG PLATTFORM mit Sitz in Hamburg und Berlin, wurde im Februar 2014 gegründet und stellt mittlerweile einen Zusammenschluss von mehr als 80 nationalen und internationalen Unternehmen, Häfen, Verbänden und Initiativen dar. Die Plattform hat sich zum Ziel gesetzt, durch den Einsatz von LNG (Liquid Natural Gas, Flüssigerdgas) zu einer deutlichen Reduktion von Emissionen, wie SOx, NOx, CO2 sowie Feinstaub, und somit zu einer saubereren, aber auch ökonomischeren See- und Binnenschifffahrt zu gelangen. Dabei nimmt die Plattform auch die Schnittstellen zur Nutzung von LNG im Schwerlastverkehr in den Blick. Informationsvermittlung, gruppenspezifische Aufklärung, die Bündelung von nationaler und internationaler Expertise sowie der Einsatz für die Schaffung von Rahmenbedingungen, die eine zeitnahe Markteinführung ermöglichen, sind die Schwerpunkte der Tätigkeiten der MARITIMEN LNG PLATTFORM. 

Des Weiteren setzt sich die Plattform für die Förderung, wasserseitiger, LNG-basierter Stromversorgung für Fracht- und Kreuzfahrtschiffe und, beginnend in den Hafenstädten, die Umsetzung nachhaltiger Energie- und Mobilitätskonzepte mit LNG-Nutzung im Wasser- und Landverkehr ein. Gerade in den Hafenstädten zählt die Feinstaubbelastung durch die Schifffahrt –laut WHO eine der häufigsten Todesursachen - zu den ungelösten Problemen. So wird die Feinstaubbelastung durch eine Stromerzeugung, die auf LNG anstatt auf Diesel basiert, maßgeblich reduziert.

Der Ansatz der Plattform ist multinational und wettbewerbsübergreifend und bündelt bestehendes Knowhow, beispielsweise aus dem europäischen Ausland, wie in Norwegen, Schweden oder den Niederlanden, in denen  LNG bereits seit Jahren etabliert ist, oder von anerkannten Organisationen und Initiativen, wie die LNG Initiative Nordwest als das größte nationale Innovationsnetzwerk, der EnergieAgentur.NRW oder PRODANUBE. Daraus gemeinsam die für die Markteinführung erforderlichen Schritte zu definieren, die jeweiligen Interessen zu artikulieren und gegenüber der Politik sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene zu vertreten, ist einer der Schwerpunkte der Arbeit.

Politik gestalten

Die Maritime LNG Plattform wurde vom Bundesverkehrsministerium beauftragt, im Rahmen der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung und für den nationalen Bericht zur Umsetzung der EU Richtlinie Clean Power for Transport den Input für das Thema LNG in der maritimen Wirtschaft zu liefern. Das ist ein Erfolg, aber zugleich auch eine große Verantwortung, da die Plattform, so wie es das Ziel war, als branchenübergreifende Initiative der Politik eine Entscheidungsgrundlage für wesentliche Maßnahmen, die die Markteinführung von LNG in Deutschland maßgeblich prägen werden, zu liefern hat. Dies gelingt nur durch die aktive Unterstützung der Partner und Mitglieder.

Als Mitglied des ESSF (European Systainable Shiping Forum) engagiert sich die Plattform auch in Brüssel. Auf Kommissionsebene ist das Thema LNG schon seit Jahren auf der Agenda und wird aktiv nach vorne gebracht. Ziel ist hier vor allen Dingen, einen nationalen Flickenteppich zu verhindern. Hier sieht die Plattform eine wesentliche Aufgabe darin, den Knowhowtransfer nach Deutschland und in die Politik zu organisieren.

Forderungen

  • Beschleunigte und einheitliche Genehmigungsverfahren in deutschen See- und Binnenhäfen (ausgerichtet an internationalen Vorbildern und bereits erarbeiteten Standards), gerade im Hinblick auf die ship to ship-Bebunkerung.
  • Anwendung einheitlicher bereits in der Praxis bewährter und auf internationaler Ebene kodifizierter Standards ohne „Überbürokratisierung“
  • Investitionen in bestehende maritime Ausbildungsstätten in Deutschland für die Aus- und Weiterbildung von Schiffsbesatzungen und anderen relevanten Beschäftigen
  • Rahmenbedingungen für eine Stromversorgung von Schiffen durch LNG Power Barges positiv gestalten.
  • Die erfolgreiche Markteinführung von LNG als maritimen Kraftstoff bedarf staatlicher Unterstützung. Ein entsprechendes Förderprogramm ist zeitnah zu entwickeln, sei es durch Bürgschaftsangebote sowie die Förderung von Umbaumaßnahmen und Investitionshilfen beim Neubau / Neubeschaffung
  • Der Staat als Schiffseigner von mehr als 700 Schiffen kann als „First Mover“ voranschreiten und konsequent auf LNG als Antriebsstoff setzen, wo dies bei anstehenden Umrüstungs- und Neubauprojekten sinnvoll ist.
  • Die Bundesregierung sollte auf die Ausweitung des (S)ECA-Gebietes auf den Mittelmeerraum und entsprechender Überwachungsmaßnahmen in internationalen Gremien hinwirken. Um einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten, ist auch die bestehende Vollzugspraxis zu prüfen.
  • Steigerung der öffentlichen Akzeptanz durch langfristige und nachhaltige Aufklärungskampagnen.
  • Einbeziehung der Logistikkette und ihre Umweltbilanz in die Nachhaltigkeitsdebatte, um die spezifischen Vorteile von LNG herauszustellen „Wie gelangt die Ware nach Europa?“.
  • Berücksichtigung internationaler Erfahrungen bei der Erarbeitung einer nationalen Strategie im Rahmen der MKS als auch bei der nationalen Umsetzung der CPT-EU-Richtlinie.
  • Einbeziehung der Schnittstellen zum Schwerverkehr in alle strategischen Überlegungen finden, um Synergie-Effekte zu nutzen.
  • Klare Verpflichtung von Politik und Industrie zur Markteinführung im Rahmen eines „Green Deals“.

Roadmap

Die Aktivitäten der Plattform stehen unter einer konkreten Roadmap:

  • In 5 Jahren mindestens 50 zusätzliche Schiffe in deutschen Häfen mit LNG neu zu betreiben. Dabei kommt auch dem Staat als Betreiber von mehr als 700 Schiffen eine „First Mover“ Funktion zu.
  • In 5 Jahren mindestens 5 Häfen in Deutschland, die die Versorgung der Schifffahrt mit LNG sicherstellen.
  • 250 versorgte Hafenaufenthalte von Schiffen pro Jahr,  die wasserseitig mit LNG Landstrom versorgt werden innerhalb 3 Jahren
  • Durch die vorgenannten Maßnahmen eine konkrete und messbare Reduzierung von SOx, NOx, CO2 und Feinstaub.